Wohnungsneubauzahlen alarmierend - Kürzungspläne im Bauministerium
falsch
"Obwohl der Wohnungsneubau im Jahr 2009 einen historischen Tiefstand
erreicht hat, macht die Bundesregierung keine Anstalten, die Förder-
oder Abschreibungsbedingungen für den Neubau zu verbessern.
Im Gegenteil, Bundesbauminister Ramsauer will die Mittel für die
Städtebauförderung und das CO2-Gebäudesanierungsprogramm drastisch
kürzen, d.h. halbieren. Das ist der falsche Weg und nach der
beschlossenen Wohngeldkürzung in Höhe von 100 Mio. Euro der zweite
Tiefschlag für Mieterinnen und Mieter innerhalb von wenigen Tagen",
kritisierte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB) Dr.
Franz-Georg Rips die Wohnungspolitik der Bundesregierung.
Im Jahre 2009 wurden nur noch 158.987 Wohnungen neu gebaut. Das ist
die niedrigste Fertigstellungszahl seit 1950. Alarmierend, so der
Mieterbund-Präsident ist, dass nur noch knapp 25.000 Mietwohnungen neu
gebaut wurden. "Wir steuern auf ernste Wohnungsengpässe zu und damit auf
steigende Mieten, insbesondere in Ballungszentren", warnte Rips.
Deshalb müsse die Bundesregierung jetzt gegensteuern und den
Wohnungsneubau ankurbeln. Rips forderte die Einführung einer
Investitionszulage bzw. die Wiedereinführung der degressiven
Abschreibung.
Die gestrige Ankündigung von Bundesbauminister Ramsauer im Bereich
der Städtebauförderung und der KfW-Mittel zur CO2-Gebäudesanierung
drastische Kürzungen vornehmen zu wollen, bezeichnete Rips als falsch.
"Wer bei der Städtebauförderung, d.h. den Programmen Soziale Stadt oder
Stadtumbau Ost bzw. West kürzt, spart bei Investitionen und sozialen
Maßnahmen speziell für einkommensschwache Haushalte. Wer das
CO2-Gebäudesanierungsprogramm zusammenstreicht verhindert die dringend
notwendigen energetischen Modernisierungen, so dass die Heizkosten
weiter steigen und die CO2-Emissionen unverändert hoch bleiben." Rips
betonte, die vorgesehenen Kürzungen seien auch fiskalpolitisch falsch:
"Ein Euro öffentliche Förderung bewirkt 5 - 6 Euro private
Folgeinvestition. Das schafft Arbeitsplätze und fließt über höhere
Steuereinnahmen direkt wieder in die Bundeskasse. Die vorgesehenen
Kürzungen sind nicht nachvollziehbar".
Quelle und weitere Information:
Deutscher Mieterbund, Pressemitteilung vom
10.06.2010
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