Demografischer Wandel und energetischer Modernisierungsbedarf prägen die nahe Zukunft
In den kommenden Jahren werden langfristige Entwicklungen wie der
demografische Wandel, eine veränderte Haushaltsstruktur und die globale
Erwärmung die deutsche Wohnungslandschaft gravierend verändern. Doch
was noch vor ein paar Jahren weit weg schien, gehört in der Wohnbranche
längst zum Tagesgeschäft.
Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie von BauInfoConsult zu
professionellen Wohnungsanbietern in Deutschland. Welche Entwicklungen
betrachten Wohnungsunternehmen in den nächsten drei Jahren als die
größten Herausforderungen?
In telefonischen Interviews wurden insgesamt 201 Vertreter von
Wohnungsunternehmen und -genossenschaften dazu aufgefordert spontan
die größten Herausforderungen zu nennen, die sie in den nächsten drei
Jahren auf sich zukommen sehen. Mit 69 Prozent spontanen Nennungen
sehen sich viele Befragte bereits mit den neuen Anforderungen an die
Wohnungswirtschaft konfrontiert, die der demografische Wandel mit sich
bringt. Von 52 Prozent wurde die Verringerung des Energieverbrauchs in
ihren Wohneinheiten spontan als Herausforderung bezeichnet - nach dem
Strom- und Heizkostenrekordjahr 2008 ist das keine wirklich große
Überraschung.
Für 20 Prozent der befragten Unternehmen ist die Beseitigung
des Sanierungsrückstands in ihrem Gebäudebestand ein Prob-lem, dem sie
sich in nächster Zeit stellen müssen. Bei einer Marktforschungsfrage
wie dieser, die keine Antwortkategorien vorgibt, sondern spontane
Antworten abfragt, ist auch dies ein beachtliches Ergebnis: Man kann
bei derart vielen spontanen Nennungen davon ausgehen, dass noch mehr
Befragte Sanierungsrückstände als Herausforderung bestätigt hätten,
wenn man sie direkt danach gefragt hätte. Um energetische
Modernisierungsmaßnahmen wie Dämmung oder Heizungserneuerung dürften
schließlich auch viele der Wohnungsanbieter, die den Energieverbrauch
in ihren Wohneinheiten verringern wollen, kaum herum kommen.
Modernisierung und Sanierung stehen in Zukunft an
Tatsächlich zeigt sich: Bei direkter Nachfrage bestätigen viele
Befragte einen großen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf. Diejenigen
Unternehmen, die Modernisierung und Sanierung in ihrem eigenen
Gebäudebestand selbst übernehmen, wurden um eine Stellungnahme zu
folgender Aussage gebeten: "Die Sanierung und Modernisierung von
Wohneinheiten ist eine zunehmend wichtigere Aufgabe für die kommenden
Jahre." Die Unternehmen sind sich bemerkenswert einig: 87 Prozent der
Befragten stimmten der Aussage voll und ganz oder überwiegend zu,
weitere 10 Prozent können der Aussage zumindest eine eingeschränkte
Zustimmung nicht versagen.
Quelle: BauInfoConsult
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